An den Baustellenführungen sehen Mietende, was während der Sanierung in ihren Wohnungen los sein wird.
Bereits im März fand eine Baustellenführung im Tiergarten statt, die quer durch die Wohnungen der ersten Etappe führte. Im Aussenraum der Siedlung, zwischen Baugerüsten und Baustellenfahrzeugen versammelten sich damals interessierte Bewohnerinnen und Bewohner der zweiten Etappe, um einen Einblick in die ihnen noch bevorstehende Sanierungszeit zu erhalten. Ihre Wohnungen würden ab Juni 2026 zur Baustelle werden – und damals wusste niemand von ihnen so recht, was das für sie bedeuten würde.
Viele Mietende des Tiergartens erfahren den Ablauf von Bauprozessen zum ersten Mal am eigenen Leib. Auch für viele Bauarbeitende ist die Situation neu, denn in bewohnten Wohnungen zu arbeiten heisst auch, dass gewohnte Arbeitsprozesse angepasst werden müssen. Dabei braucht es das Verständnis aller Beteiligten für unterschiedliche Alltagsrealitäten – sei das für die Bauarbeitenden, die bei 30° Grad im Schatten Abrissmaterial entsorgen, oder für Mieterinnen, die ihre Arbeitszeit, Freizeit oder Ferien an den Sanierungszeitplan anpassen müssen. Anlässe, die informieren und den Dialog fördern, sind deshalb essenziell.
Viele Mietende des Tiergartens erfahren den Ablauf von Bauprozessen zum ersten Mal am eigenen Leib. Auch für viele Bauarbeitende ist die Situation neu, denn in bewohnten Wohnungen zu arbeiten heisst auch, dass gewohnte Arbeitsprozesse angepasst werden müssen. Dabei braucht es das Verständnis aller Beteiligten für unterschiedliche Alltagsrealitäten – sei das für die Bauarbeitenden, die bei 30° Grad im Schatten Abrissmaterial entsorgen, oder für Mieterinnen, die ihre Arbeitszeit, Freizeit oder Ferien an den Sanierungszeitplan anpassen müssen. Anlässe, die informieren und den Dialog fördern, sind deshalb essenziell.
Verständnis für unterschiedliche Alltagsrealitäten schaffen
Die Mietenden und Vertreter des Baumanagements sowie der Immobilieninhaberin versammelten sich Ende August also erneut, um den Austausch zu pflegen und Informationen anschaulich zu teilen, diesmal mit den Mietenden der dritten und letzten Sanierungsetappe. Nach einer kleinen Stärkung mit Gipfeli und Eiskaffee ging es los. Das Baumanagement führte die Gruppe an den aktuellen Arbeitsplatz der Bauarbeitenden: Die Wohnungen der Nachbarn, die sich in der zweiten Bauetappe befinden. Jeder Stopp der Baustellenführung zeigte eine Wohnung, die sich in einem anderen Sanierungszeitpunkt befand. Die Mietenden wollten es ganz genau wissen: Was wird wann abgerissen, gebohrt, gestrichen und verlegt? Fragen, die man am besten am Ort des Geschehens bespricht. Los ging es also zum ersten Stopp.
Station 1: Woche 1 – Der Abbruch beginnt
Es riecht nach Beton und eine Lichterkette erhellt den freigelegten Boden. Die Wände sind teilweise aufgerissen, Leitungsschächte klaffen offen. Willkommen in der ersten Woche der Sanierung.
Die Mieterin dieser Wohnung verpackte ihr Hab und Gut und verstaue es im Wohnzimmer. Die Bauarbeitenden montieren in allen Wohnungen eine Staubschutzwand (rechts im Bild), um den Wohnbereich bestmöglich vom Staub und Dreck des Baubereichs zu schützen.
«Das hier ist das Kernstück», erklärt ein Bauleiter und zeigte auf die ausgehöhlten Nasszellen. «Die Leitungen und Bäder sind über 30 Jahre alt. Die müssen raus.» Eine Staubschutzwand trennt das Wohnzimmer vom Baustellenbereich. Die Mieterin dieser Wohnung hatte ihre Möbel zur Vorbereitung auf die Sanierung mit Plastikfolie abgedeckt. «Wie schützen wir unser Hab und Gut am besten?», fragt eine Frau. Die Antwort des Bauleiters: «Der Staub weht in alle Richtungen. Stoffe und heikle Gegenstände müssen ganz abgedeckt und zugeklebt werden.»
Die Wände der Nasszellen werden aufgebrochen, um die Leitungen ersetzten zu können.
Station 2: Woche 4 – Die ersten Fortschritte
Eine Wohnung weiter und drei bis vier Wochen später: Diese Nasszellen haben bereits neue Bodenplatten erhalten. Küchenbeläge sind zugeschnitten, bereit für den Einbau. Die Gruppe steht in einem leeren Wohnzimmer. «Und was ist mit den Rollläden?», fragt eine Mieterin. «Die werden ersetzt» meint der Bauleiter. Auch die Trennscheiben zwischen den Balkonen bekommen eine neue Abdeckung.
Die Gruppe begutachtet die neuen Fenster und informiert sich über die Arbeiten, die auf den Balkonen und Terrassen stattfinden werden.
Station 3: Woche 6 – Der Wiederaufbau nimmt Form an
Durch den Innenhof, vorbei an den Baugerüsten zum nächsten Stopp: Diese Wohnung ist schon fast fertig saniert. In der vierten bis fünften Woche wurden hier bereits die Wände im Bauperimeter neu gestrichen. In der sechsten und letzten Woche der Wohnungssanierung finden nur noch kleinere Arbeiten im Bad und die Abschlussreinigung statt. Ein Mieter möchte wissen: «Was ist mit den Wandschränken, werden die ersetzt?» Der Rat des Bauleiters: «Am besten räumen Sie alle Wandschränke in der Wohnung leer. Dann können wir jeden einzeln prüfen und falls nötig reparieren oder ersetzten.»
Zwischen Staub und Hoffnung
An den letzten beiden Stationen schaut sich die Gruppe den Keller und den Aussenraum an. Im Keller erfahren die Mietenden, welche Abstände die Gegenstände zu den Aussenwänden haben müssen, damit diese gedämmt werden können. Im Innenhof erblüht bereits der Urban Garden: Bewohner und Bewohnerinnen des Tiergartens können hier Pflanzkisten mieten und bepflanzen.
Der Aussenraum ist erst mehrere Monate nach Abschluss der Sanierung fertiggestellt. Der Innenhof mit Urban Gardening kann bereits genutzt werden.
Bilder: Dominique Meienberg/ Allco